Beschreibung

Quasistatische Federkennlinie

Im Bereich kleiner Druckbelastung besteht ein linearer Zusammenhang zwischen Spannung und Verformung. In diesem Bereich soll bei elastischen Lagern die ständige statische Belastung liegen. Der Belastungsbereich ist in den Produktblättern jeweils spezifiziert. Anschließend an den linearen Lastbereich verläuft die Federkennlinie degressiv; der Werkstoff reagiert auf zusätzliche statische und dynamische Lasten besonders "weich" und ermöglicht daher eine sehr wirksame Schwingungsdämmung. Der Bereich der Kennlinie, in dem eine hohe Wirksamkeit bei relativ kleiner Einfederung erreicht wird, ist in den Produktdatenblättern leicht gerastert unterlegt. Bei Belastungen, bzw. Verformungen, die über den degressiven Bereich hinausgehen, verläuft die Kennlinie progressiv (stark gerasterter Bereich). Der Werkstoff wird steifer. In diesem Lastbereich ist daher mit einer reduzierten schwingungstechnischen Wirksamkeit zu rechnen. Sylomer ist unempfindlich gegen Überbelastung. Selbst sehr hohe Verformungen infolge kurzzeitiger extremer Lastspitzen federn nach der Entlastung nahezu vollständig zurück. Der Werkstoff wird nicht geschädigt. Der Druckverformungsrest nach DIN 53572 (70 h bei 50% Verformung, Messung 30 Min. nach Entlastung) liegt Sylomer zwischen 2% und 6%.


Verhalten bei dynamischer Belastung

Wie alle Elastomere reagiert Sylomer auf dynamische Belastungen steifer als auf statische Belastungen. Der Versteifungsfaktor ist abhängig von Sylomer-Typ, der Belastung und der Frenquenz und liegt zwischen 1,4 und 4. Entsprechend dem Verlauf der Federkennlinie weisen der statische und der dynamische Elastizitätsmodul ein Minimum auf. In diesem Lastbereich besitzt Sylomer besonders gute schwingungsdämmende Eigenschaften.
Es können daher mit Sylomer-Lagern Schwingungssysteme realisiert werden, die trotz verhältnismäßig kleiner statischer Einsenkung eine hohe Dämmwirkung ergeben.
In dem für die Körperschalldämmung relevanten Frequenzbereich (20 Hz bis 20 Hz) ist das E-Modul von Sylomer kaum frequenzabhängig. Diese Frequenzabhängigkeit kann bei Berechnungen meist vernachlässigt werden.

Verlustfaktor

Bei dynamischer Belastung von Sylomer-Werkstoffen werden Teile der zugeführten mechanischen Arbeit durch Dämpfungseffekte in Wärme umgewandelt. Das Dämpfungsverhalten von Sylomer-Werkstoffen kann durch den mechanischen Verlustfaktor n beschrieben werden. Dieser liegt für Sylomer-Werkstoffe zwischen 0.1 und 0.3.

Verhalten bei Schubbelastung

Das Verhalten von Sylomer-Werkstoffen auf Schubbelastung zeigt generell die gleiche Charakteristik wie bei Druckbelastung. Das Schubmodul ist etwa um einen Faktor 4 kleiner als das entsprechende Elastizitätsmodul.

Einfluss der Formfaktors

Sylomer-Werkstoffe in zelliger Ausführung sind volumenkompressibel. Das bedeutet, dass sich Sylomer-Federelemente bei Druckbelastung im Vergleich zu kompakten Elastomeren quer zur Belastungsrichtung wenig ausdehnen. Dennoch weisen Sylomer-Lager mit sehr kleinem Formfaktor q (Verhältnis von belasteter Fläche zur Mantelfläche des Lagers) höhere Einsenkungen auf, als den Kennlinien der Produktblätter zu entnehmen ist. Etwa im gleichen Verhältnis ändern sich das dynamische Verhalten und das Schubverhalten.

Statische Dauerbelastung

Bei Dauerbelastung treten wie bei allen elastomeren Werkstoffen gewisse Kriecheffekte auf. Unter Kriechen versteht man die Verformungszunahme unter gleich bleibender langzeitiger Belastung.
In dem für statische Dauerlasten empfohlenen Lastbereich liegt die Verformungszunahme auch nach sehr langer Zeit (10 hoch 5 h, bzw. 10 Jahren) unter 50%. Verformungszunahmen in diesen Größenordnungen werden beispielsweise auch bei Elastomer-Brückenlagern festgestellt.

Dynamische Eigenschaften bei Dauerbelastung

Vor allem bei elastischen Schwingungslagern ist eine etwaige Veränderung der dynamischen Eigenschaften bei langzeitiger Belastung von Bedeutung. Die Empfehlung für die maximalen Belastungen der verschiedenen Sylomer-Typen sind so gewählt, dass in den für ständige Lasten empfohlenen Bereichen keine belastungsabhängige Zunahme des dynamischen E-Moduls erfolgt.
Entsprechende Kurven für die Standardtypen sind den Produktdatenblättern zu entnehmen.

Einfluss der Temperatur

Die Gebrauchstemperatur von Sylomer-Werkstoffen sollte zwischen -30°C und +70°C liegen. Die Angaben in den Produktblättern gelten für Raumtemperatur.
Temperaturbedingte Änderungen des statischen und dynamischen E-Moduls bei Temperaturen über +20°C sind bei Temperaturen über oder unter +20°C bei der Auslegung der Lager zu berücksichtigen. Die Glasübergangstemperatur von Sylomer-Werkstoffen liegt bei etwa -50°C, der Schmelzbereich erstreckt sich von +150° bis +180°C.

Brandverhalten

Sylomer-Werkstoffe werden nach DIN 4102 der Brandklasse B2 (normal entflammbar) zugeordnet. Im Brandfall entstehen keine korrosiv wirkenden Rauchgase. Sie sind in ihrer Zusammensetzung denen von Holz oder Wolle ähnlich.

Beständigkeit gegen Umweltbedingungen und Chemikalien

Sylomer Werkstoffe sind gegen Substanzen wie Wasser, Beton, Öle und Fette, verdünnte Säuren und Laugen beständig.
Eine detaillierte Zusammenstellung der Beständigkeit gegen verschiedene Medien erhalten Sie bei uns auf Anfrage.

Alle Angaben basieren auf unseren derzeitigen Kenntnissen und Erfahrungen. Änderungen im Sinne einer Produktverbesserung behalten wir uns vor.